Eltern: Sich Gehör verschaffen

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Wenn Eltern sich für eine bessere Schulverpflegung engagieren wollen, können sie sich auf vielerlei Art Gehör verschaffen. Das Schulgesetz legt dazu den Grundstein.

Nur etwas mehr als die Hälfte aller Eltern beurteilen das Essensangebot an der Schule ihres Kindes als gesund und ausgewogen. Und etwa 40 % der Eltern sind mit dem Mittagessensangebot gar nicht zufrieden, das ergab eine repräsentative Elternumfrage der Bertelsmann Stiftung zur Zufriedenheit mit dem Ganztags-Schulsystem in Deutschland. Das Kinder in der Schule gut und gesund essen können, ist ein wichtiger Gradmesser für die Aufenthalts- und Lebensqualität von Ganztagsschulen, so die Experten. 

 

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Wenn Eltern unzufrieden sind

Für Eltern ist es nicht immer einfach, sich für eine bessere Qualität der Schulverpflegung zu engagieren. Viele Eltern sind berufstätig oder investieren bereits viel Zeit anderweitig in der Schule ihres Kindes. Immer zahlen sie einen Anteil des Mahlzeitenpreises und fühlen sich in Anbetracht eines unausgewogenen Preis-Leistungsverhältnisses machtlos. Das muss nicht sein. Eltern können auf vielerlei Art aktiv werden. 

Erste Schritte

Wenn Ihr Kind immer wieder mit Beschwerden über das Mittagessen aus der Schule kommt, sollten Sie hellhörig werden. Nicht zwangsläufig muss dahinter eine schlechte Qualität der Schulverpflegung stehen. Es gibt viele Gründe, warum Kinder ungern in die Mensa gehen, die vielleicht eher mit den Rahmenbedingungen als mit dem Essen selbst zu tun haben. Dennoch: Auch Rahmenbedingungen wie Lärmpegel, Wartezeiten bei der Ausgabe oder Wahlmöglichkeiten beim Essen sind Teil der Schulverpflegung. Akzeptanzförderung ist hier das Gebot der Stunde. Versuchen Sie zuerst, dem eigentlichen Problem auf den Grund zu gehen: 

  • Gehen Sie einmal selbst in der Mensa Ihres Kindes essen und machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Melden Sie sich dazu aber vorher in der Schule an. 
  • Suchen Sie das Gespräch mit Verantwortlichen. Wie ist die Verpflegung organisiert, wie wird das Essen in der Schule zur Verfügung gestellt?
  • Suchen Sie sich Verbündete. Sprechen Sie andere Eltern auf deren Erfahrung mit der Verpflegung an.
  • Machen Sie einen Qualitäts-Check. Das ist einfacher als Sie vielleicht denken, denn es gibt handfeste Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, anhand derer Sie das Mittagessen überprüfen können.

Tipp

  • Mithilfe dieser Mensa-Checkliste können Sie sich einen ersten Überblick verschaffen, wie es um die Qualität und die Rahmenbedingungen zum Mittagessen an der Schule Ihres Kindes bestellt ist.
  • Wichtige „Erste Schritte für Eltern“, die sich für eine bessere Qualität der Schulverpflegung engagieren möchten, finden Sie in dieser Checkliste. 

Speisenplan-Check

Damit Sie noch mehr Anhaltspunkte für eine Optimierung sammeln können, sollten Sie einen Speisenplan-Check durchführen. Hierbei vergleichen Sie das Mittagessen mit den Empfehlungen für die Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die Ergebnisse geben Ihnen einen groben Rahmen für Optimierungsbedarf. 

Sich in schulischen Gremien engagieren

Ein guter Weg für Eltern, sich für schulische Belange zu engagieren, sind die schulischen Gremien. Ihre Mitwirkungsrechte in der Klassen- oder Schulpflegschaft oder in der Schulkonferenz stehen sogar auf gesetzlich verankerten Füßen: In den jeweiligen Schulgesetzen der Bundesländer sind die Mitwirkungsrechte und -pflichten der Eltern geregelt (§§ 62-77 Schulgesetz NRW). Über diese Gremien können Eltern über ihre Vertretungen sogar in der Schulkonferenz mitsprechen. Diese ist das höchste Gremium einer Schule. Gremien sind ein idealer Ort, sich für eine bessere Schulverpflegung stark zu machen!

Tipp

  • Das Schulministerium NRW beschreibt anschaulich die schulgesetzlich verankerten Gremien, in denen Eltern mitwirken können.
  • In der Elternbroschüre „Einfach mitwirken“ kommen viele Eltern zu Wort, die sich engagieren. Ergänzt um Tipps und eine gut verständliche Rechtskunde, ist diese Broschüre ein guter Ausgangspunkt für interessierte Mütter und Väter!

Verpflegungsausschuss aktivieren

Parallel zu den offiziellen schulischen Gremien bietet sich die Gründung eines Verpflegungsausschusses oder Mensarates an. Wichtigster Grund dafür: Alle an der Schulverpflegung beteiligten Akteure kommen an einen Tisch! Denn es geht darum, sich auf ein schulspezifisches Verpflegungskonzept zu verständigen, das alle mittragen. Nur so lassen sich langfristig akzeptierte Verpflegungslösungen schaffen. Bewirken Sie am besten einen Beschluss zur Gründung eines Verpflegungsausschusses über die Schulkonferenz. 

Hinweis

Ihnen fehlen Argumente oder Sie sind sich unsicher, wie Sie als Mutter oder Vater für eine bessere Schulverpflegung aktiv werden können? Sprechen Sie uns an, wir finden gemeinsam einen Weg.

Beratungstelefon: 0211 3809-714

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Wir freuen uns auf Ihren Anruf!