2015 5. Tag der Schulverpflegung: Ergebnis "World Café"

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Hier finden Sie die Dokumentation der wichtigsten Ergebnisse.

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Was verbinden Sie mit dem Wort Schulessen?

Die Assoziationen mit dem Schulessen sind sowohl positiv als auch negativ. Schulessen wird als pädagogische Aufgabe gesehen. Es ist eine große Chance Werte wie Tisch- und Esskultur zu vermitteln, soziales Miteinander beim gemeinsamen Tischgespräch zu üben, Rituale zu leben, den bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu erlernen und zu erleben. Schulessen ist mehr als "Sattwerden".

Schulessen "laut, dreckig, Schlange stehen, Ärger zu wenig Zeit, Massenabfertigung und pappiges Essen" sind die negativen Verknüpfungen. Problematisiert wurde auch teilweise der Preis, der zu hohe Mehrwertsteuersatz für die Verpflegung und die Hemmschwelle, das Bildung und Teilhabe – Gesetz zu nutzen.

In welchen Bereichen können Schülerinnen und Schüler beteiligt werden?

Die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler kann in vielen Bereichen rund um die Verpflegungsangebote erfolgen. Sie können ihre Interessen in Arbeitskreisen und Mensaausschüssen vertreten und gemeinsam Formen des "Mitmachens" entwickeln. Um eine Wohlfühlatmosphäre zu erzielen, können sie Verantwortung übernehmen und aktiv werden bei der Mensagestaltung, z. B. Farbkonzepte entwickeln und Bilder aussuchen, die ihrem Lebensgefühl entsprechen und so die Mensa zu "ihrem Raum" machen. Damit Schülerinnen und Schüler zugreifen bei den angebotenen Mahlzeiten, ihre Akzeptanz gefördert wird, sollten sie die Möglichkeit haben, den Speisenplan mitzugestalten.

Die Übertragung von Verantwortlichkeiten im Rahmen von Mensadiensten wie z. B. abrechnen beim Chipkartensystem, aufräumen, oder als "Ruhewächter" kann zu mehr Identifikation mit der Mensa führen.

Schülerinnen und Schüler ernst nehmen und ihre Wünsche aufnehmen ist zentrales Prinzip der Partizipation.

Welche Erfolgsfaktoren und Partner/-innen tragen zum Gelingen bei?

Die Teilnehmer identifizierten eine gute Kommunikation und entsprechende Kommunikationsstrukturen als wesentliche Erfolgsfaktoren. Der regelmäßige Austausch zwischen allen Akteuren ist die Grundlage für eine gelungene Partizipation.

Ernährungsbildung ist ein weiterer wichtiger Faktor. Sie trägt dazu bei, die Lust auf das Thema "Essen" in Theorie und Praxis zu fördern. Wissen und Kompetenzen auf allen Seiten der Beteiligten sind Voraussetzung für Partizipation. Idealismus, die Bereitschaft neue Wege zu gehen, Veränderungen zu wagen sind weitere Faktoren.

Daneben steht die Erkenntnis, dass Essen zum (Schul-) Alltag gehört und Achtung und Wertschätzung verdient.

Außerschulische Partner können Partizipationsprozesse unterstützen. Wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, trägt die Schulverpflegung zu einer gelebten Schulkultur bei.

Fazit des ,,World Caf鑑
  • Schülerinnen und Schüler möchten gefragt werden, mitreden und mitmachen.
  • Sie von Beginn an miteinzubeziehen ist eine große Chance die Akzeptanz von Verpflegungsangeboten zu fördern und somit letztendlich eine gute Versorgung sicher zu stellen. Damit das gelingt, sind alle Schulakteure gefordert.
  • Partizipation mit Blick auf die Schulverpflegung ist ein immer wichtiger werdender Baustein zum Aufbau eines selbstbestimmten und gesundheitsbewussten Ernährungsverhaltens.

Die beschriebenen Papier-Tischdecken, die die Teilnehmenden des World Café erarbeitet haben, dokumentieren die Diskussionen an den neun World-Café-Tischen zu den drei Fragerunden mit wechselnden Diskutanten. Die Dokumentation finden Sie hier.