Wie Elterngespräche die Zusammenarbeit fördern

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Gespräche helfen Fragen und Missverständnisse zu klären, Vertrauen und die Zusammenarbeit zu stärken, pädagogisches Handeln und die Abläufe transparent zu machen. Nutzen Sie daher die verschiedenen Gelegenheiten, um mit Eltern auch über das Essen und Trinken in der Kita und in der Familie zu sprechen.

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Logo GesprächeTür- und Angel-Gespräche

Diese kurzen Gespräche in Bring- und Abholsituationen können das Vertrauen zwischen Ihnen und den Eltern stärken. Teilen Sie miteinander wichtige Dinge, die das Kind tagesaktuell betreffen. Informieren Sie die Eltern beispielsweise beim Abholen kurz, ob und was das Kind gegessen und getrunken hat. Fragen Sie aktiv bei den Eltern nach, wenn Sie ein besonderes Verhalten des Kindes während der Mahlzeiten beobachten. Erzählen Sie ihnen kurz wie sich das Kind bei der Backaktion oder der Zubereitung des Nachmittagssnacks beteiligt hat. Eltern freuen sich beispielsweise auch zu erfahren, dass ihr Kind mutig den Tischspruch vor dem Mittagessen ausgesucht und laut gesagt hat. Das stärkt das gegenseitige Vertrauen und fördert die Zusammenarbeit.

Anmelde- oder Aufnahmegespräch

Stellen Sie den Eltern beim Anmelde- oder Aufnahmegespräch Ihr Verpflegungskonzept vor. Informieren Sie die Eltern, welche Verpflegung Sie dem Kind anbieten und wie die Kinder beim Essen pädagogisch begleitet werden. Ergänzen Sie dies bei Bedarf mit Lebensmittellisten, Muster-Speiseplänen oder Informationen zu Ihrem Verpflegungsanbieter. 

Gehen Sie auch auf Regeln und Rituale rund ums Essen und Trinken in der Kita ein, die Sie sich in der Zusammenarbeit mit den Eltern wünschen. Fragen Sie nach lebensmittelbedingten Unverträglichkeiten und Allergien sowie nach den Ess- und Trinkgewohnheiten des Kindes und der Familie. Das kann Ihnen helfen, das Verhalten des Kindes bei den Mahlzeiten zu verstehen und das Kind entsprechend zu begleiten.

Checkliste zur aktuellen Ernährungssituation des Kindes, z. B.:

  • Was mag das Kind besonders gern?
  • Was isst es gar nicht? 
  • Müssen Sonderkostformen berücksichtigt werden? 
  • Was isst das Kind morgens, mittags, abends?
  • Gibt es Zwischenmahlzeiten und was wird dann gegessen?
  • Was trinkt das Kind und wie viel trinkt es? 

Bei Verständigungsschwierigkeiten sollten Sie in Absprache mit den Eltern eine:n Sprach- und Kulturmittler:in oder Dolmetscher:in mit zum Gespräch einladen. Alternativ kann Bildmaterial das Gespräch unterstützen.

Gespräche in der Eingewöhnung

Wenn ein Kind neu in die Kita kommt, ist es hilfreich mit den Eltern über das Ess- und Trinkverhalten des Kindes zu sprechen. Das kann die Eingewöhnung erleichtern, indem Sie beispielsweise dem Kind bekannte Lebensmittel anbieten und es sich dadurch sicherer fühlt. Ebenso wichtig ist es, in der Eingewöhnungszeit die Fragen, Wünsche und Sorgen der Eltern zur Verpflegung in der Kita zu besprechen, z. B. über die Mahlzeitenstruktur, die Qualitätskriterien der Speiseplanerstellung und die pädagogische Begleitung der Mahlzeiten. Das gibt den Eltern Orientierung, Verständnis für die Abläufe und stärkt ihr Vertrauen in die Fachkräfte der Kita.

Entwicklungsgespräche

Auch in Entwicklungsgesprächen können Sie über das Essen und Trinken in Ihrer Kita und über Lernerfahrungen des Kindes in diesem Bereich sprechen.

Führen Sie die Gespräche möglichst strukturiert durch, z. B. anhand eines Leitfadens, um allen Eltern die gleiche Qualität zu bieten. Planen Sie Zeit für die Fragen der Eltern ein, die in Tür- und Angel-Gesprächen zu kurz kommen. Stellen Sie allen Eltern den Leitfaden zur Verfügung. Dann wissen sie, was auf sie zukommt und können sich vorbereiten. So gelingt ein Gespräch auf Augenhöhe.

Nutzen Sie dazu das Portfolio des Kindes. Das macht es anschaulicher für die Eltern. Fotos und Kurztexte von einer Backaktion geben ihnen mehr Einblick in die Ernährungsbildung Ihrer Kita.

Aspekte zum Essen und Trinken können sein:

  • Kulturtechnik Umgang mit Besteck,
  • wie Rituale zu einer angenehmen Essatmosphäre verhelfen, in der Kita und in der Familie,
  • wie sich das Kind bei den Mahlzeiten verhält in der Kita und in der Familie und was es schon kann,
  • wie es auf ein neues Menü reagiert, wie wichtig probieren für die Geschmacksentwicklung ist und wie Kinder zum Probieren angeregt werden können,
  • Fragen der Eltern und Basiswissen zur Kinderernährung, ggf. an Expert:innen vermitteln.

Beschwerden und Kritikgespräche

Manchmal geht etwas schief, Eltern beschweren sich über das Angebot des Essensanbieters oder es kommt aus anderen Gründen zu Meinungsverschiedenheiten rund um die Verpflegung in der Kita. Dann ist es wichtig auch bei Beschwerden und in Kritikgesprächen möglichst Ruhe zu bewahren, die unterschiedlichen Sichtweisen wahrzunehmen und gemeinsam Lösungen zu finden. Verabreden Sie ein Zeitfenster mit den Eltern, damit Sie sich in Ruhe den Bescherden oder Anregungen widmen können. Beziehen Sie bei Bedarf weitere Beteiligte wie die Hauswirtschaftskräfte, den Verpflegungsanbieter und den Elternbeirat ein. 

Beratungsgespräche

Bieten Sie den Eltern auch Gespräche zum Ess- und Trinkverhalten der Kinder an. Manche Eltern haben individuelle Fragen oder möchten in Ruhe über Schwierigkeiten in Ess-Situationen mit Ihnen sprechen. Ebenso kann es sein, dass Sie mit den Eltern sprechen möchten, um beispielsweise das Verhalten des Kindes beim Mittagessen besser zu verstehen. In jedem Fall ist es hilfreich, wenn Sie mit den Eltern einen Termin vereinbaren, sich auf das Gespräch vorbereiten und für eine angenehme Gesprächsatmosphäre sorgen. 

Anknüpfungspunkte für Beratungsgespräche:

  • Was isst das Kind Zuhause und in der Kita? Wie isst es? Lieblingsessen, Abneigungen, Allergien, Besteck, Essatmosphäre, Esstyp und schwierige Esssituationen
  • Wie viel und was sollten Kita-Kinder am Tag trinken? Sie sollten aktuelle Empfehlungen von Ernährungsexpert:innen sowie Tipps zur Getränkeauswahl und zum Trinkverhalten kennen und den Eltern vermitteln können.
  • Ein Kind isst kein Gemüse? Hilfreich ist es hier mit den Eltern über die Geschmacksentwicklung, Anregungen für Gemüsemuffel und das Probieren in der Kita und Zuhause zu sprechen.
  • Wer kann bei Sorgen im Bereich Ernährung und Gesundheit helfen? Bieten Sie den Eltern Informationen über mögliche Ansprechpartner und holen Sie sich bei Bedarf externen Rat, z. B. von der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung NRW oder anderen Ernährungsexperten:innen.

Hintergrundwissen zu diesen und weiteren häufigen Fragen rund um die Kinderernährung finden Sie hier.
 

Sprechen Sie uns gerne bei Problemen zur Kitaverpflegung  an. Wir unterstützen Fachkräfte und Eltern bei der Lösungsfindung.

Sie erreichen uns per Telefon unter: 0211/3809-714 (Di. bis Do. 10:00 - 14:00 Uhr) und per E-Mail: kitaverpflegung@verbraucherzentrale.nrw

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