Nachhaltige Ernährung in Kita und Schule 

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Eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung macht beim Klimaschutz nicht Halt. Neben ökologischen, gelten auch soziale und ökonomische Kriterien.

CO2 steht auf einem Papierschild, das eine Hand hält
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Tiefkühl-Erdbeeren aus China, Äpfel aus Neuseeland und ein großes Fleischangebot in der Mensa: Die gesamte Lebensmittelproduktion in Deutschland trägt zu einem Großteil zu den klimarelevanten CO2-Emissionen bei. Kita- und Schulverpflegung könnte sich in dieser Hinsicht von ihrer zukunftsfähigen Seite zeigen. Denn es gibt klimagesündere Alternativen zu weit gereisten, stark verarbeiteten und aufwendig verpackten Lebensmitteln.

Nachhaltigen Lebensstil entwickeln

Änderungen im Konsumverhalten können Umweltbelastungen deutlich verringern. Dabei spielen Produktionsweise, Herkunft, Verarbeitungsgrad und die Art der Verpackung und Lagerung von Lebensmitteln eine wichtige Rolle. Die Kita- und Schulverpflegung rückt dabei besonders in den Fokus, weil die Art des Angebots und die Qualität der Speisen erheblichen Einfluss auf die heutige und zukünftige Ernährungssituation von Kindern und Jugendlichen haben. Sie sollen daher einen verantwortungsbewussten und nachhaltigen Lebensstil entwickeln.

Ökologisch – sozial – fair

Eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung macht beim Klimaschutz nicht Halt. Neben ökologischen, gelten auch soziale und ökonomische Kriterien:

  • Ökologische Kriterien
    Die Reduktion der Schadstoff- und Stickstoffbelastung durch die landwirtschaftliche Produktion ist ein wichtiger Punkt. Weitere sind Naturschutzaspekte und der Erhalt der Biodiversität. Ein Verbot von gentechnisch veränderten Organismen und eine artgerechte Tierhaltung sind ebenso relevante Faktoren wie der Konsum von regional erzeugten Lebensmitteln.
  • Soziale Kriterien
    Hierunter fällt die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, Förderung der lokalen Infrastruktur, Grundsätze des Fairen Handels, Arbeitsschutz und eine tarifgerechte Entlohnung.
  • Ökonomische Kriterien
    Mahlzeitenpreise sollen ein nachhaltiges Speisenangebot ermöglichen. Preise müssen kostendeckend sein und bei Trägern, Kitas und Schulen und Eltern auf Zahlungsfähigkeit und Akzeptanz stoßen.

Klimagesunde Kita- und Schulverpflegung

Oft lassen sich mehr Kriterien umsetzen, als zunächst gedacht, wenn sich Kitas oder Schulen erst einmal mit dem Thema auseinandersetzen. Vielfach ist der Nutzen doppelt, denn Klimaschutz geht meist mit Gesundheitsförderung einher: Wenn etwa Warmhaltezeiten eingespart werden, erhält das nicht nur Vitamine und Geschmack der Speisen, sondern spart gleichzeitig Energie. Hier sind Ansatzpunkte für eine klimagesunde Kita- und Schulverpflegung:

Weniger Fleisch und Wurst
Die Produktion von Fleisch, Wurst und fettreichen Milchprodukten wie Sahne, Butter und Käse ist besonders energieaufwendig und klimabelastend. Die Produktion von  Rindfleisch verursacht eine besonders hohe Menge klimaschädigender Treibhausgase. Die Erzeugung von Gemüse und Obst setzt dagegen nur einen Bruchteil an Treibhausgasen frei. Reduzieren Sie deshalb die Fleischportionen in Häufigkeit und Menge, indem Sie beispielsweise einen Teil der Fleischmenge durch Gemüse ersetzen oder mehr vegetarische Gerichte anbieten. 

Mehr Obst und Gemüse aus der Region und à la Saison
Obst und Gemüse aus Übersee belasten die Umwelt wegen der langen Transportwege in der Regel stärker als regionale Produkte. Den weit gereisten und aufwändig verpackten Lebensmitteln steht die heimische und reichhaltige Obst- und Gemüsepalette gegenüber. Produkte aus dem Gewächshaus belasten die Umwelt deutlich mehr  als Freilandgemüse. Auch Obstkonserven und Tiefkühlgemüse verursachen deutlich mehr klimaschädigende Gase als die saisonalen unverarbeiteten Varianten aus der Region. Der Saisonkalender (PDF) hilft Ihnen bei der Auswahl heimischer Gemüse- und Obstarten.

Bio-Lebensmittel – immer öfter
Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft verbrauchen Bio-Bauern bei der Produktion nur ein Drittel an fossiler Energie, da sie auf energieintensiv erzeugte chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel verzichten. Auf diese Weise schonen Bio-Produkte nicht nur das Klima und die Umwelt, sondern sie enthalten auch gegenüber konventionellen Lebensmitteln deutlich weniger unerwünschte Inhaltsstoffe, wie Pestizidrückstände und Nitrat. Rückstände pharmakologisch wirksamer Stoffe, beispielsweise Tierarzneimittel, kommen in Bio-Lebensmitteln sehr viel seltener vor.

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