Was ist Ernährungsbildung ?

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Das Gespräch beim Mittagessen, zuvor das tägliche Händewaschen, auf dem Fensterbrett die ausgesäte Kresse beim Wachsen beobachten, im Hochbeet die Möhren ernten und noch so vieles mehr ist Ernährungsbildung.
Sprechblasen mit Fragezeichen
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Mehrmals täglich essen Kinder in ihren Familien und in den Betreuungseinrichtungen wie Kindertagespflege, Kita und in offenen Ganztagsschulen (OGS). Sie fragen sich neugierig beispielsweise: Was ist das alles auf meinem Teller? Wo kommt das Essen her? Wo und wie wächst es? Wer kümmert sich darum? Wieso schmecken Äpfel unterschiedlich? Was sind das für kleine grüne Blätter, die auf der Fensterbank wachsen?

Lernhäppchen

Kinder beobachten und fragen viel, wollen die Welt entdecken, erleben und sie wollen viel wissen. Das bietet gute Chancen für Lernhäppchen, fast nebenbei im Betreuungsalltag oder gezielt pädagogisch geplant, z. B. als thematischer Morgenkreis, Aktion oder Ernährungsprojekt. Die „Bildungsgrundsätze für Kinder von 0 bis 10 Jahren“ beauftragen pädagogische Kräfte in NRW, den Kindern wichtige Grundlagen zum Bereich „Körper, Gesundheit und Ernährung“ zu vermitteln.

Wieso, weshalb, warum: Was ist Ernährungsbildung?

Ernährungsbildung umfasst alle Maßnahmen, die dazu beitragen, dass Menschen ihren Ernährungsalltag selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und genussvoll gestalten. Sie ist ein lebensbegleitender Prozess. Dieser startet bereits vorgeburtlich mit der Sinnesbildung. Nach der Geburt prägen die verschiedenen erzieherischen und bildenden Einflüsse diesen Lernprozess, z. B. in der Kita. Besonders in den ersten sechs Lebensjahren wird die Basis für das Essverhalten im weiteren Leben gelegt. Das Essverhalten spiegelt die Erfahrungen wider, die Kinder mit und beim Essen gemacht haben. Machen Kinder dabei positive Erfahrungen durch gezielte Ernährungsbildung – Zuhause und in Betreuungseinrichtungen für Kinder – können sie ein günstiges Essverhalten entwickeln, das sie lebenslang beibehalten. Damit leistet die Ernährungsbildung einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung.

Formale und informelle Ernährungsbildung

Dabei kann Ernährungsbildung formal und informell erfolgen. Alltagsintegrierte Maßnahmen wie Tischgespräche über die Zutaten des Mittagessens, Hände waschen vor der Mahlzeit sowie Obst und Gemüse schneiden für den Snack vermitteln eher „nebenbei“ Wissenswertes. Durch Fragen und Antworten, Lernen von Regeln und Ritualen sowie durch gemeinsames Erforschen im Betreuungsalltag erweitern Kinder ihr Wissen über die Welt der Lebensmittel. Mit geplanten Maßnahmen zum Thema Ernährung kann den Kindern gezielt Wissen vermittelt werden, z. B. mit thematischen Morgenkreisen, Spielen, Experimenten, Aktionen und mit Projekten. Beispielsweise können die Kinder bei einer Aktion zum Thema Trinkwasser, dem Einkauf auf dem Wochenmarkt, beim Kuchen backen, bei einem Joghurt-Experiment und im Projekt „Joschi hat’s drauf“ erlebnisorientiert lernen mit allen Sinnen.

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