Essen im Kita-Alltag
Essen und Trinken gehören fest zum Kita-Alltag und bieten vielfältige Lerngelegenheiten. Kinder lernen hier Gemeinschaft, Esskultur und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Wie dieser Alltag pädagogisch gestaltet werden kann, erfahren Sie hier.

Beobachtung und Nachahmung
Kita-Kinder lernen vor allem durch Beobachtung. Neben den Eltern haben auch Sie in der Kita als Vorbild großen Einfluss. Allein das gemeinsame Frühstück und Ihr eigenes leckeres Pausenbrot nehmen die Kinder als etwas Positives wahr. Die Neugier des Kindes wird geweckt, wenn Sie genussvoll mitessen. Seien Sie deshalb ein gutes Vorbild.
Immer wieder ermutigen
Ermutigen Sie die Kinder immer wieder, ihnen bisher unbekannte Lebensmittel zu probieren und zu entdecken: Wie sehen diese aus, wie riechen oder schmecken sie, wie fühlen sie sich an? Nur durch wiederholtes Probieren wird ein unbekannter Geschmack zu etwas Vertrautem. Bieten Sie neue Lebensmittel mehrfach und ohne Zwang an und akzeptieren Sie die anfängliche Ablehnung des Kindes.
Kinder mitmachen lassen
Selbst kleine Kinder können mithelfen: den Speiseplan und Regeln am Tisch besprechen, den Tisch decken und schmücken, das Geschirr abräumen. Die Mithilfe bei der Vor- und Zubereitung schafft einen engen Bezug zum Essen und damit die Bereitschaft, Neues zu probieren. Denn das Selbstgemachte schmeckt schließlich am besten.
An Neues langsam gewöhnen
Gewöhnen Sie Kinder langsam an unbekannte Speisen. Ermöglichen Sie geschmackliche Übergänge und bieten Sie Neues immer mit Vertrautem an. Übergangsweise können Sie z. B. das Gemüse pürieren und in Suppen oder Soßen "verstecken". Bedenken Sie, dass die Gewöhnungszeiträume unter Umständen lang sein können.
Nicht durcheinander
"Alles durcheinander" mögen Kinder häufig nicht – sie möchten erkennen können, was neu ist und was sie essen. Vor allem wollen sie selber mischen. Bieten Sie deshalb die Lebensmittel möglichst einzeln an, damit der Eigengeschmack der Lebensmittel erkennbar bleibt. Beispiel: Statt Gemüsereis richten Sie den Reis und die jeweiligen Gemüsesorten einzeln an.
Feste Mahlzeitenstruktur
Feste Essenszeiten strukturieren den Tag und vermitteln den Kindern Sicherheit. So können sich alle auf eine positive Essatmosphäre konzentrieren. Die Mahlzeiten sollten einen festen Beginn und ein festes Ende haben. Essensfreie Zeiten von mindestens zwei Stunden zwischen den Mahlzeiten, in denen nur kalorienfreie Getränke zur Verfügung stehen, unterstützen diesen Rhythmus. Auf der anderen Seite ist es wichtig, den Kindern ausreichend Zeit zum Essen zu lassen. Loben Sie die Kinder deshalb nicht für zu schnelles Aufessen.
Was können Kinder wann?
| Spielen | Helfen | |
| ab 1 Jahr | mit Topf, Deckel, Löffel usw. spielen | |
| ab 1,5 Jahren | Rühren, Schränke ein- und ausräumen | kleine Dinge bringen und suchen helfen |
| ab 2 Jahren | Kochen spielen | Lebensmittel sortieren, Quark rühren, Obst und Kräuter im Garten ernten |
| ab 3 Jahren | Lebensmittel raten, riechen, schmecken („Kim-Spiele“) mit Kindern kochen | Obst, Gemüse, Salat waschen, Teig rühren |
| ab 4 Jahren | am Puppenherd kochen, Puppen bewirten | am Herd mitkochen, Gemüse und Obst schälen und klein schneiden, Soße rühren, Tisch decken und abräumen |
| ab 5 Jahren | "Kochen und Backen" spielen allein den Tisch decken etwas „Richtiges“ kochen Restaurant spielen | beim Kuchenbacken helfen, Kleinigkeiten einkaufen, Zutaten wiegen und messen, kleine Gerichte selber kochen |
