Empfehlungen für Ein- bis Dreijährige

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Was kommt nach dem Brei? Nach dem ersten Lebensjahr wollen Kinder zunehmend das essen, was auch die Großen auf dem Teller haben. Was gibt es dabei zu beachten?
Kind isst gesundes Essen zu Hause
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Lernen fürs Leben

 

Für das Essen sollte genügend Zeit eingeräumt werden, damit die Kinder so viel wie möglich eigenständig essen und trinken können. Gutes Essen genießen und mit den anderen eine fröhliche Tischgemeinschaft erfahren - das ist Lernen fürs Leben. Kinder sind am ehesten für ein ausgewogenes Essen zu begeistern, wenn sie es mit guten Gefühlen und schönen Erinnerungen verbinden.

Bei der Lebensmittelauswahl gilt für Kinder ab dem ersten Lebensjahr im Prinzip das gleiche wie für ältere Kinder und Erwachsene:

Pyramide mit Empfehlungen zu Lebensmitteln und Getränken für Ein- bis Dreijährige
Foto: Verbraucherzentrale NRW

Getränke

Ein idealer Durstlöscher ist Leitungs- oder Mineralwasser (für kleine Kinder am besten ohne Kohlensäure). Zusätzlich können – in wechselnden Sorten – auch ungesüßte Früchte- oder Kräutertees angeboten werden.

Die Kinder sollten zu jeder Mahlzeit und auch zwischendurch Gelegenheit zum Trinken haben – pro Tag etwa sechs kleine Gläser (600 bis 800 Milliliter). Der individuelle Bedarf kann je nach Wetter und Aktivitäten jedoch sehr deutlich davon abweichen. Getrunken werden sollte aus einem Becher oder einer Tasse.

Viele pflanzliche, weniger tierische Lebensmittel

Pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide sollten den Hauptteil des Essens ausmachen. Sie versorgen den Körper mit vielen wichtigen Nährstoffen. Darüber hinaus haben sie gegenüber tierischen Lebensmitteln den Vorteil, dass bei ihrer Herstellung deutlich weniger Treibhausgase verursacht werden. Reichlich Pflanzliches zu essen ist somit auch ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Eine rein vegane Ernährung wird im Kleinkindalter jedoch nicht empfohlen.

Obst und Gemüse

Obst oder Gemüse gehören zu jeder Mahlzeit dazu – empfohlen werden täglich zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse, wobei eine Portion einer Kinderhand entspricht. Empfehlenswert sind frische, saisonale und, wenn es mal schneller gehen soll, auch tiefgekühlte Produkte (TK-Beeren vor der Weiterverarbeitung unbedingt erhitzen!). Je häufiger Kinder verschiedene Obst- und Gemüsesorten kennenlernen, desto höher ist die Bereitschaft zu probieren und desto mehr mögen sie in der Regel eine Vielfalt an Obst und Gemüse in den kommenden Jahren. Geschmackspräferenzen aus dem frühen Kindesalter bleiben bis ins Erwachsenenalter bestehen.

Auch Kleinkinder können je nach Kaustatus altersentsprechend zerkleinertes rohes Gemüse und ungeschältes Obst essen. Schneiden Sie Stücke mundgerecht, aber nicht zu klein, damit sich die Kinder nicht verschlucken. Obstsorten wie Trauben oder Beeren können auch halbiert oder geviertelt werden, sodass keine Verschluckungsgefahr besteht. Wurzelgemüse wie Möhren oder Pastinaken werden besser gekocht angeboten.

Die Portionsgrößen richten sich nach dem Alter der Kinder. Für Ein- bis Dreijährige werden pro Tag etwa 120 bis 150 Gramm Obst und 120 bis 150 Gramm Gemüse empfohlen.

Wenn ein Kind kein Gemüse mag,...

 

 

 

  • Gemüse immer mal wieder anders zubereiten.
  • Auch neue Sorten ausprobieren.
  • Gemüse in Saucen und Suppen "verstecken", zum Beispiel geraspelte Zucchini oder Möhren in Tomatensauce.
  • Wenn Kinder gekochtes Gemüse ablehnen, Rohkost anbieten. Dazu passt ein leckerer Dip aus Joghurt und Quark mit frischen Kräutern.
  • Kinder nicht zum Essen drängen oder eine Belohnung versprechen. - Es genügt, das Kind ein- bis zweimal zum Essen zu ermutigen.

Mittagessen

Zusätzlich zu Gemüse sollten mittags Kartoffeln, Teigwaren, Reis oder eine andere Getreideart wie Bulgur, Hirse und Couscous angeboten werden. Hiermit lässt sich der Speiseplan abwechslungsreich gestalten. Mindestens einmal pro Woche sollte es auch Hülsenfrüchte geben. Bohnen, Kichererbsen und Linsen sind weich gegart eine echte Bereicherung auf dem Teller der Kinder, zum Beispiel in Suppe, Eintopf oder Auflauf. Sie können schrittweise eingeführt werden, beispielsweise zunächst durch eine kleine Menge in einem bekannten Gericht. Hülsenfrüchte werden bekömmlicher, wenn das Einweichwasser bzw. die Flüssigkeit aus der Konserve weggeschüttet und die Hülsenfrüchte kurz abgespült werden. Gut bekömmlich und bei Kleinkindern beliebt sind rote und gelbe Linsen (diese müssen auch nicht zuvor eingeweicht werden), insbesondere in pürierten Speisen.

Milch (1,5 bis 3,8 % Fett absolut) oder Milchprodukte wie Joghurt, Quark (max. 5% Fett absolut) und Käse (max. 30% Fett absolut) sollten mittags zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen bzw. als Rezeptzutat verwendet werden. Sie enthalten viel Calcium und stärken dadurch die Knochen der Kinder.

Fleisch und Fisch sollten jeweils nur einmal pro Woche Teil der Mittagsverpflegung sein. Werden bei der Speiseplanung Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukte, Hülsenfrüchte, wertvolle Öle und Nüsse berücksichtigt, ist eine gesunde Ernährung auch ohne Fleisch und Fisch gut zu realisieren.

Bei vegetarischem Essen: Lebensmittel clever kombinieren

Gute Kombis zur Erhöhung der Verfügbarkeit von Eiweiß:

  • Kartoffeln und ein Milchprodukt (z. B. Kartoffeln mit Quark)
  • Hülsenfrüchte und Getreide (z. B. Erbsensuppe mit Brot)
  • Kartoffeln und Eier

Beispiele:

  • Rote Linsensuppe mit Vollkornbaguette / Fruchtquark
  • Fischfilet mit Reis & Spinat
  • Blumenkohl-Kartoffel-Auflauf mit Ei & Milch
  • Buntes Backofengemüse mit Rosmarin-Kartoffeln & Schmand-Dip

Gute Kombis zur Erhöhung der Aufnahme von Eisen:

Eisenreiche pflanzliche Lebensmittel wie Vollkorngetreide oder Hirse und Vitamin-C-reiche Lebensmittel wie Orangen, Fruchtsaft, Paprika oder Broccoli

Beispiele:

  • Hirsebratlinge mit Kräuterquark / Apfelmus
  • Kartoffel-Möhrencremesuppe/ Banane
  • Erbsen-Kartoffel-Püree mit Rührei / Obstsalat
  • Hirseauflauf mit Rote Bete-Apfel Salat

Tierische Lebensmittel, auch Eier, müssen für kleine Kinder immer gut durchgegart werden. Fisch sollte immer ohne Gräten angeboten werden und beim Fleisch sollte es mageres Muskelfleisch sein.

Zur Zubereitung der Speisen am besten Pflanzenöl, insbesondere Rapsöl, verwenden. Butter oder Schmalz sollten nur sehr sparsam eingesetzt werden. Frittierte und panierte Produkte sollten möglichst nicht angeboten werden. Sie nehmen bei der Zubereitung größere Mengen Fett auf.

Zum Nachtisch bieten sich Obst, auch in Kombination mit einer Quark-/Joghurtspeise an. Nachtisch muss aber nicht jeden Tag gereicht werden, insbesondere dann nicht, wenn das Hauptgericht nahrhaft ist.

Frühstück und Zwischenmahlzeiten

Morgens sind Milch, kleine mit Käse oder vegetarischem Brotaufstrich belegte Brote (am besten Vollkorn) oder Joghurt mit Getreideflocken und frischem Obst geeignet. Fertige Müslimischungen sollten weder Zucker noch ganze Nüsse, Kerne oder Rosinen enthalten. Kleinkinder können sich leicht daran verschlucken. Nüsse können jedoch fein gemahlen oder als Nussmus in das Speisenangebot integriert werden.

Optimal als Zwischenmahlzeit sind frisches Obst, rohes Gemüse, ein kleines belegtes Brot oder auch mal Vollkornkekse.

Besonderheiten bei Kleinkindern

Generell sollte das Essen…

  • … weich, leicht kau- und essbar bzw. mit der Gabel zerdrückbar sein
  • … leicht zu händeln sein (keine Spaghetti, Bandnudeln oder große Salatblätter)

Ungeeignet sind:

  • zu süße Speisen
  • fettige Speisen
  • gezuckerte Getränke
  • Getränke aus Fläschchen
  • stark gewürzte und scharfe Speisen
  • stark Gesalzenes
  • kleine harte Lebensmittel (Nüsse, Rosinen, Sonnenblumenkerne, Apfel- und rohe Möhrenstücke, Weintrauben, Johannisbeeren, körniger Reis). Kleinkinder verschlucken sich leicht – unbeobachtet besteht Erstickungsgefahr!
  • sog. Kinderlebensmittel, die mit einer Extraportion an Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind, sind für eine ausgewogene Kinderernährung überflüssig

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