Mensa – mehr als ein Ort zum Essen

Mensen sind längst mehr als ein Raum, in dem man schnell mal zu Mittag isst. Sie sind ein Ort der Begegnung und der Kommunikation. Daher ist es wichtig, sie sorgfältig und schülernah zu planen.

Lern- und Lebensraum

Mit zunehmendem Alter kommen Schüler:innen immer weniger in die Mensa. Das hat nicht nur mit der Speisequalität und dem Angebot zu tun, sondern auch mit der Ess-Atmosphäre. Vor allem hohe Lautstärkepegel nehmen Schüler als belastend wahr. Viele Mensen zeigen eine herkömmliche und zweckrationale Ausstattung mit funktionalem Mobiliar und einer eher kühlen Raumgestaltung. Pädagogische Raumkonzepte fehlen häufig gänzlich oder sind nicht zufriedenstellend. Tatsächlich sollen Mensen Orte der Gastlichkeit sein, Kommunikation ermöglichen und Rückzugsorte bieten.

Was wäre, wenn sich in der Mensa Schüler:innen und Lehrer:innen begegnen, reden, essen, trinken, sich ausruhen? Wenn die Mensa der Puls der Schule wird, wo das Leben in den Pausen stattfindet? Eine Art Veranstaltungscafé, das auch mal abends geöffnet hat? Ein lebendiger Ort eben, der Menschen zusammenbringt.

Partizipation

Planen Sie Ihre Mensa gemeinsam mit Schulträger, Architekten, Küchenfachplanern und der Schulgemeinde. Alle sollen sich dabei möglichst auf Augenhöhe begegnen und ihre Interessen und Bedürfnisse einbringen können. Entwickeln Sie gemeinsam mit allen Akteuren in einem kreativen Prozess Ideen und Visionen. Dazu benötigen Sie Einfühlungsvermögen für den kulturellen und sozialen Kontext der Schule, sowie für den produktiven Austausch mit den Beteiligten. Für die Schüler als zukünftige „Gäste“ der Mensa identifizieren sich mehr mit „ihrer“ Mensa. Das wirkt sich auch auf die „Gästezahlen“ positiv aus.

Atmosphäre

Treffen und quatschen So wünschen sich Schüler ihre Mensa. Sollen oder können mediale Angebote (z. B. Fernseher, Radio und Internet-Anschluss) Platz finden? Vielleicht in einem abgetrennten Bereich, damit die Essenseinnahme ungestört ablaufen kann. Dabei gemeinsam an klare Regeln für Inhalte und Nutzung denken.

Nicht nur essen! Ein Lounge-Bereich und kleinere Ess-Nischen mit jugendgerechten Polstermöbeln schaffen räumliche Rückzüge. Für ältere Schüler ist es uncool, mit den jüngeren zusammen zu essen. Rückzugmöglichkeiten für alle:

  • jüngere Schüler wünschen sich oft helle und freundliche Atmosphäre
  • ältere Schüler bevorzugen eher indirekte Beleuchtung und etwas gedämpfte Farben.

Einrichtung

Schüler in der Grundschule haben andere Bedürfnisse an die Möbel einer Mensa. Stimmen Sie die Größe und Handhabbarkeit auf das Alter der Schüler ab. Hilfreich sind:

  • randverstärkte Tabletts mit rutschfester Oberfläche
  • Eindecken der Tische mit Getränken
  • Anpassung der Ausgabetheke
  • Erreichbarkeit der Besteckkästen
  • Abgabe des Geschirrs

Lärmpegel

Ist es in der Mensa zu laut, fühlen sich die Schüler nicht wohl Setzen Sie daher geräuschhemmende Materialien ein. Das gilt vor allem für die Wände und Decken sowie für den Boden. Erarbeiten Sie darüber hinaus gemeinsam mit den Schülern Mensaregeln, die den Lärmpegel eingrenzen. Außerdem ist eine gute Abluft wichtig, damit es nicht den ganzen Tag nach Essen riecht.

Weitere Tipps zur Raumgestaltung

  • Kalkulieren Sie je Essensteilnehmer etwa etwa 1,6 m2 Platz.
  • Planen Sie genügend Platz für Wege: zwischen den Gangreihen, für Wege zur Essensausgabe und Geschirrrückgabe.
  • Denken Sie an eine angrenzende Garderobe und Toiletten mit Handwaschbecken.
  • Teilen Sie die Mensa in verschiedene Raumbereiche für jüngere und ältere Schüler auf. Auch ein Außenbereich kommt im Sommer gut an.

IN FORM Leitfaden "Akzeptanz von Schulverpflegung"