Ernährungsempfehlungen für Kleinkinder
Ab dem zehnten Monat entdecken Kleinkinder die Welt der festen Mahlzeiten. Welche Lebensmittel sind dann geeignet? Worauf sollten Sie bei Getränken achten? Und was sollte besser nicht auf den Speiseplan?

Bei der Kleinkindernährung gilt im Prinzip dasselbe wie für ältere Kinder und Erwachsene: viel Pflanzliches, wenig Tierisches und genug Trinken.

Genug trinken - am besten Wasser
Ideales Getränk ist Leitungs- oder Mineralwasser (für kleine Kinder am besten ohne Kohlensäure). Karaffen sollten regelmäßig gereinigt und frisch befüllt werden. Morgens empfiehlt es sich, Leitungswasser kurz ablaufen zu lassen. Zusätzlich sind – in wechselnden Sorten – ungesüßte Früchte- oder Kräutertees geeignet.
Die Kinder sollten zu jeder Mahlzeit und zwischendurch trinken können – pro Tag etwa sechs kleine Gläser (600 bis 800 Milliliter). Aus einem Becher oder einer Tasse zu trinken unterstützt die Entwicklung. Bei Hitze oder viel Bewegung kann der Bedarf deutlich höher liegen.
Viel Pflanzliches, wenig Tierisches
Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide sollten den Hauptteil der Mahlzeiten ausmachen. Sie versorgen den Körper mit vielen wichtigen Nährstoffen. Darüber hinaus haben sie gegenüber tierischen Lebensmitteln den Vorteil, dass bei ihrer Herstellung deutlich weniger Treibhausgase verursacht werden. Reichlich Pflanzliches zu essen ist somit auch ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.
Obst und Gemüse
Obst oder Gemüse gehören zu jeder Mahlzeit dazu. Täglich empfohlen werden fünf Portionen, wobei eine Portion einer Kinderhand entspricht.
Bieten Sie möglichst frische, saisonale und, wenn es mal schneller gehen soll, auch tiefgekühlte Produkte an. TK-Beeren immer vor der Weiterverarbeitung erhitzen! Je häufiger Kinder verschiedene Obst- und Gemüsesorten kennenlernen, desto höher ist die Bereitschaft zu probieren und desto mehr mögen sie in der Regel eine Vielfalt an Obst und Gemüse in den kommenden Jahren. Geschmackspräferenzen aus dem frühen Kindesalter bleiben bis ins Erwachsenenalter bestehen.
Auch Kleinkinder können je nach Kaustatus altersentsprechend zerkleinertes rohes Gemüse und ungeschältes Obst essen. Schneiden Sie Stücke mundgerecht, aber nicht zu klein, damit sich die Kinder nicht verschlucken. Obstsorten wie Trauben oder Beeren können auch halbiert oder geviertelt werden, sodass keine Verschluckungsgefahr besteht. Wurzelgemüse wie Möhren oder Pastinaken werden besser gekocht angeboten.
Tipps, wenn ein Kind kein Gemüse mag:
- Gemüse immer mal wieder anders zubereiten.
- Auch neue Sorten ausprobieren.
- Gemüse in Saucen und Suppen "verstecken", zum Beispiel geraspelte Zucchini oder Möhren in Tomatensauce.
- Wenn Kinder gekochtes Gemüse ablehnen, Rohkost anbieten. Dazu passt ein leckerer Dip aus Joghurt und Quark mit frischen Kräutern.
- Kinder nicht zum Essen drängen oder eine Belohnung versprechen. Es genügt, das Kind ein- bis zweimal zum Essen zu ermutigen.
Das Mittagessen: So sieht ein gutes Teller aus
Neben Gemüse sollten mittags Kartoffeln, Teigwaren, Reis oder eine andere Getreideart wie Bulgur, Hirse und Couscous angeboten werden.
Mindestens einmal pro Woche sollten Hülsenfrüchte angeboten werden. Bohnen, Kichererbsen und Linsen sind weich gegart eine echte Bereicherung auf dem Teller der Kinder, zum Beispiel in Suppe, Eintopf oder Auflauf. Sie können schrittweise eingeführt werden, beispielsweise zunächst durch eine kleine Menge in einem bekannten Gericht. Hülsenfrüchte werden bekömmlicher, wenn das Einweichwasser bzw. die Flüssigkeit aus der Konserve weg geschüttet und die Hülsenfrüchte kurz abgespült werden. Gut bekömmlich und bei Kleinkindern beliebt sind rote und gelbe Linsen (diese müssen auch nicht zuvor eingeweicht werden), insbesondere in pürierten Speisen.
Milch, Joghurt, Quark und Käse sollten mittags zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen bzw. als Zutat verwendet werden. Sie enthalten viel Calcium und stärken dadurch die Knochen der Kinder.
Fleisch und Fisch sollten jeweils nur einmal pro Woche Teil der Mittagsverpflegung sein. Werden bei der Speiseplanung Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukte, Hülsenfrüchte, wertvolle Öle und Nüsse berücksichtigt, ist eine gesunde Ernährung auch ohne Fleisch und Fisch gut zu realisieren.
Alle tierische Lebensmittel, auch Eier, müssen für Kleinkinder immer vollständig durchgegart sein. Fisch sollte immer ohne Gräten angeboten werden und beim Fleisch sollte es mageres Muskelfleisch sein.
Zum Braten und Kochen eignet sich Rapsöl am besten. Butter und Schmalz nur sparsam verwenden. Frittierte und panierte Produkte möglichst meiden. Sie nehmen bei der Zubereitung größere Mengen Fett auf.
Als Nachtisch bieten sich Obst, auch in Kombination mit einer Quark-/Joghurtspeise an. Nachtisch muss nicht jeden Tag gereicht werden, insbesondere dann nicht, wenn das Hauptgericht nahrhaft ist.
Frühstück und Zwischenmahlzeiten
Morgens sind Milch, kleine mit Käse oder vegetarischem Brotaufstrich belegte Brote (am besten Vollkornbrot) oder Joghurt mit Getreideflocken und frischem Obst gute Optionen. Fertige Müslimischungen ohne Zuckerzusatz und ohne ganze Nüsse, Kerne oder Rosinen wählen. Kleinkinder können sich leicht daran verschlucken. Gemahlene Nüsse oder Nussmus sind hingegen geeignet.
Als Zwischenmahlzeit eignet sich frisches Obst, Rohkost, ein kleines belegtes Brot oder gelegentlich Vollkornkekse.
Was bei Kleinkindern nicht auf den Teller gehört
Das Essen sollte weich, leicht kaubar bzw. mit der Gabel zerdrückbar sein. Große Nudeln wie Spaghetti oder Bandnudeln sowie große Salatblätter sind schwer zu handhaben.
Nicht geeignet für Kleinkinder sind:
- zu süße Speisen
- fettige Speisen
- gezuckerte Getränke
- Getränke aus Fläschchen
- stark gewürzte und scharfe Speisen
- stark Gesalzenes
- kleine harte Lebensmittel (Nüsse, Rosinen, Sonnenblumenkerne, Apfel- und rohe Möhrenstücke, Weintrauben, Johannisbeeren, körniger Reis). Kleinkinder verschlucken sich leicht – unbeobachtet besteht Erstickungsgefahr!
- sog. Kinderlebensmittel, die mit einer Extraportion an Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind, sind für eine ausgewogene Kinderernährung überflüssig
