Was betrifft die Mensa / den Essens- und Speiseraum?

Stand:
Besteck
On

Dürfen Frühstücksbuffets in der Kita angeboten werden?

Die Handreichung für Kindertageseinrichtungen (im Regelbetrieb in Zeiten der Corona-Pandemie) sieht ab dem 17. August 2020 vor, die gewohnten pädagogischen Konzepte wieder umzusetzen. (Quelle: www.mkffi.nrw, Abrufdatum: 14.08.2020). D.h. eine Durchmischung der Gruppen kann wider erfolgen. Daher können auch Frühstückbüffets wieder angeboten werden, die jedoch hinsichtlich der Hygiene besonders betrachtet werden müssen.

Empfehlenswert ist auch weiterhin, dass ein/e Erzieher/in die Speisen den Kindern personenbezogen auf ihre Teller legt, welche sich die Kinder zuvor selbst ausgewählt haben. Da beim Essen die Gefahr der Übertragung auf die Schleimhäute größer ist, sollte hier eine Schmierinfektion durch Bedarfsgegenstände, wie gemeinsam genutzte Löffel, vermieden werden. Eine Handdesinfektion vor der Auswahl am Büffet, wie es die Gastronomie vorsieht, ist in der Kita nicht empfehlenswert.

Können Salatbars und Selbstbedienertheken in der Schulmensa verwendet werden?

Die Schulmail des Ministeriums für Schule und Bildung NRW (24. Mail vom 23.06.2020) zum Umgang mit dem Corona-Virus zum Schulstart 2020/2021 beinhaltet Hygieneempfehlungen für die Verpflegung in Schulmensen. Unter Punkt 8 der Hygieneempfehlungen sind „Selbstbedienungsbuffets nur zulässig, wenn die Schülerinnen und Schüler sich vor jeder Nutzung an bereitgestellten Desinfektionsmittelspendern die Hände desinfizieren und bei der Nutzung eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Eine möglichst gute Abschirmung oder Abdeckung der Speisen („Spuckschutz“ o.ä.) ist zusätzlich sinnvoll.“

Diese Möglichkeit bedeutet für das Mensa-Team einen erhöhten Organisations- und Arbeitsaufwand. Jede Theke / Bar (z. B. Salattheke, Nudelbar) muss mit einem zusätzlichen Desinfektionsmittel ausgestattet werden, die Einhaltung sollte durch das Personal gewährleistet werden. Konkret bedeutet das: Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter / eine Aufsichtsperson achtet darauf, dass sich jeder Gast, der sich an der Theke / Bar bedienen möchte, zuerst die Hände desinfiziert bevor er sich aus dem Angebot etwas auswählt (z.B. Tomate, Gurke etc.). Die Händedesinfektion muss vor jeder einzelnen Selbstbedienertheke / Bar durchgeführt werden, d.h. vor jeder Theke / Bar befindet sich auch ein Desinfektionsmittel. Nur so kann sichergestellt werden, dass gemeinsam genutztes Vorlagenbesteck für jeden einzelnen Gast desinfiziert übergeben werden kann.

Zusätzlich benutztes Desinfektionsmittel in unmittelbarer Nähe der Speisen, birgt zudem die Gefahr, dass Desinfektionsmittel auf die Speisen gelangen kann. Das häufige Desinfizieren der Hände sollte mit einem guten Hautschutz vereinbart werden können. Eine mögliche Variante zur Selbstbedienungstheke könnte die Ausgabe hinter einer solchen Theke darstellen. Die Schülerinnen und Schüler teilen dem Ausgabepersonal mit, was und wie viel sie möchten, so bleibt das Vorlagenbesteck in einer Hand und die Teller werden trotzdem personenbezogen herausgegeben.

Was ist bei der Nutzung von Trinkwasserspendern zu beachten?

Nach Angaben des Umweltbundesamt  ist nach derzeitigem Kenntnisstand eine Übertragung des Coronavirus über das Trinken von Leitungswasser (öffentliche Trinkwasserversorgung) höchst unwahrscheinlich (Quelle: Umweltbundesamt (UBA), Abrufdatum 21.08.2020).

Das Stagnationswasser in den Hausleitungen ist allerdings durch eine lange Standzeit während der Schul- und Kitaschließungen problematisch zu sehen, da sich durch optimale Wachstumsbedingungen, Wärme und Feuchtigkeit, krankmachende Mikroorgansimen vermehren können. Das Stagnationswasser muss ablaufen, damit wieder unbedenklich Trinkwasser entnommen werden kann. Dazu genügt es, alle Zapfstellen im Gebäude so lange laufen zu lassen, bis das Wasser einige Minuten kalt heraus fließt. Dies sollte auch nach den Kita- und Schulferien immer durchgeführt werden.

Bei der Nutzung eines Trinkwasserspenders in Corona-Zeiten gilt es zu beachten, dass Trinkwasserspender wie Selbstbedienungstheken / Selbstbedienungsbuffets zu sehen sind. Nach den Hygieneempfehlungen für die Verpflegung in Schulmensen sind Selbstbedienungsbuffet nur zulässig, wenn die Schülerinnen und Schüler sich vor jeder Nutzung an bereitgestellten Desinfektionsmittelspendern die Hände desinfizieren und bei der Nutzung eine Mund-Nase-Bedeckung tragen (Quelle: Hygieneempfehlungen für die Verpflegung in Schulmensen des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales und des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Stand: 06.08.2020, Abrufdatum: 21.08.2020). Darüber empfiehlt es sich, Bodenmarkierungen anzubringen, um den Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten.

Bei der Nutzung von Trinkwasserspendern in Corona-Zeiten ist es aus hygienischen Gründen also wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler, wie an Selbstbedienertheken auch, vor der Nutzung die Hände desinfizieren, eine Mund-Nase-Bedeckung tragen  und den eigenen Behälter mitbringen. Dies birgt allerdings die Gefahr, dass nicht jede Flasche unter den Spender passt und so wieder eine Kontamination an der Zapfstelle selbst entstehen könnte. Eine mögliche Alternative: Mitarbeiter bedienen den Trinkwasserspender und übergeben der Schülerin bzw. dem Schüler den gefüllten Becher persönlich. Dies ist allerdings ein hoher personeller Aufwand.

Weitere Informationen zu Trinkwassersystemen in Schulen:

Handreichung „Trinkwassersysteme für Schulen“ (PDF-Datei)

Informationen der Fachhochschule Münster zur Trinkwasserqualität in Gebäuden während der COVID-19-Pandemie  (PDF-Datei)

Muss die Schule ein Hygienekonzept hinsichtlich der Verpflegung vorlegen?

Die Schulmail des Ministeriums für Schule und Bildung NRW (24. Mail vom 23.06.2020) zum Umgang mit dem Corona-Virus zum Schulstart 2020/2021 beinhaltet in ihrer Anlage zum Schul-und Unterrichtsbetrieb in Corona-Zeiten und zum Schuljahresstart 2020/2021 auch Vorgaben zu Regelungen im Ganztags-und Mensabetrieb (Punkt 10). 

Konkrete Regelungen für Mensen und Bistros enthält die Schulmail des Ministeriums für Schule und Bildung NRW (vom 31.08.2020) mit Informationen zum Schulbetrieb in Corona-Zeiten ab dem 1. September 2020 (Punkt 6) (abgerufen am 01.09.2020).

Das bedeutet: Der Schulmensabetrieb als auch die Möglichkeit der Zwischen-und Mittagsverpflegung sind in allen Schulformen wieder möglich, wenn die aktuell gültigen Vorgaben gemäß Infektionsschutz eingehalten werden. Diese beinhalten, dass ein Hygienekonzept über den Schulträger in Absprache mit der Schulleitung und dem örtlichen Gesundheitsamt vorgelegt werden muss. Unter anderem muss eine Raumskizze über Tischanordnungen und Bewegungsflächen erstellt werden, aus der sich die Abstände erkennen lassen. Diese ist vor Ort vorzuhalten. In stark frequentierten Bereichen/Warteschlangen (Eingang, Toiletten etc.) sollen Abstandsmarkierungen angebracht werden (gemäß der Anlage „Hygiene- und Infektionsschutzstandards“ zur CoronaSchVO NRW, Kapitel I Gastronomie und „Hygieneempfehlung für die Verpflegung in Schulmensen" (Stand: 06.08.2020).

Eine weitere Hygieneempfehlung für die Verpflegung in Schulmensen sieht vor, dass Schülergruppen, die im Klassen- oder Kursverbund unterrichtet werden, die Mahlzeiten gemeinsam einnehmen sollen. Eine Durchmischung der verschiedenen Schülergruppen muss vermieden werden, ggfs. sind gestaffelte Essenszeiten einzurichten.

Welche Desinfektionsmittel sollten eingesetzt werden?

Generell gilt, dass Desinfektionsmittel für den Lebensmittelbereich zugelassen sein müssen. Entsprechende Listen finden Sie im „Wegweiser Hygiene“. Bei der Auswahl der Handdesinfektionsmittel für Gäste an den Selbstbedienertheken und vor Eintritt in die Mensa ist ein „begrenzt viruzid“ wirkendes Desinfektionsmittel ausreichend, da hier nur der Teil der empfindlicheren behüllten Viren abgedeckt wird, wozu auch das Coronavirus zählt. Die Hände müssen zur Desinfektion trocken sein, Handflächen, als auch Zwischenräume müssen desinfiziert werden.

Bei der Oberflächendesinfektion sollte diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion, d.h. die Benetzung der Oberfläche ohne mechanische Einwirkung, ist weniger effektiv und auch aus Arbeitsschutzgründen bedenklich, da Desinfektionsmittel eingeatmet werden können. Während der Tätigkeiten in der Küche und Mensa im Betriebsablauf sind die üblichen Hygienmaßnahmen nach HACCP-Konzept einzuhalten, so auch die Maßnahmen der Reinigung und Desinfektion.

Gilt es etwas Besonderes beim Besteck / Geschirr zu beachten?

Das Besteck wird, genauso wie der Teller, direkt durch die Ausgabekraft an die Gäste ausgegeben. Es sollte keine Selbstbedienung erfolgen. Das Besteck kann als Gedeck mit einer Serviette umwickelt werden, dies erleichtert die Ausgabe und bietet Schutz vor Verwechselungen. Das Eindecken des Tisches bei Tischgemeinschaften sollte  nur durch eine Person übernommen werden, dies kann z.B. die Erzieherin oder der Erzieher sein. Die Gäste sollten sich nicht selbst am Besteck bedienen können. (Quelle: Bundesinstitut für Risikobewergung (BfR), abgerufen am 14.08.2020)

Die gewohnten pädagogischen Konzepte können in der Kita wieder umgesetzt werden, jedoch sollte während des Essens ein besonderes Augenmerk auf die Übertragungswege über die Schleimhäute gelegt werden. Um das Ansteckungsrisiko über eine Schmierinfektion in der Kita zu vermindern empfiehlt es sich: Die Beschäftigten decken die Tische mit dem notwendigen Geschirr ein, auch aufgedecktes, nicht benutztes Geschirr und Besteck wird zur Reinigung gegeben. (Quelle: MKFFI NRW, abgerufen am 22.07.2020)

Zudem ist es weiterhin zu empfehlen, dass das pädagogische Personal die Speisen auf die Teller Kinder portioniert, um eine Schmierinfektion über Bedarfsgegenstände zu vermeiden.

Was gibt es beim Umgang mit gemeinsam zu nutzenden Gegenständen (Vorlagebesteck, Zucker-, Salz- und Pfefferstreuer etc.) zu berücksichtigen?

Gemeinsam genutzte Gegenstände sollten während der Coronapandemie nicht zur freien Verfügung auf den Tischen stehen, obwohl nach Aussagen des BfR bisher keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über gemeinsam genutzte Gegenstände bekannt sind. Grundsätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Oberflächen gelangen und eine Zeit lang überleben. Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheint dann möglich, wenn das Virus kurz danach über die Hände auf die Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen übertragen wird. Um sich vor Virusübertragungen über kontaminierte Oberflächen zu schützen, ist es wichtig, die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht zu beachten und gemeinsam genutzte Gegenstände zu vermeiden. (Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR),  abgerufen am 14.08.20).

Was ist bei der Verwendung von Trinkgefäßen zu beachten?

Die Trinkgefäße sollten nicht vertauscht werden und bei der Ausgabe oder beim Tisch decken nur durch eine Person ausgegeben werden. Hier ist vor dem Eindecken an die Regeln der Handhygiene zu denken. „Eine Virus-Kontamination von Trinkgefäßen, wie zum Beispiel Trinkgläsern, in der Gastronomie müsste durch die Benutzung durch eine infizierte Person geschehen, wobei das Virus über die Hände oder den Speichel auf das Glas gelangt. Eine Übertragung auf eine andere Person durch Schleimhaut-Kontakt mit dem Glas könnte dann - theoretisch - erfolgen, wenn ein solches Gefäß zwischendurch nicht ausreichend gereinigt wurde. Allerdings sind Infektionen mit SARS-CoV-2 über diesen Übertragungsweg weltweit bisher nicht nachgewiesen worden.“ (Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR),  abgerufen am 14.08.209).

Wie viele Kinder dürfen in der Kita gemeinsam essen?

Nach der Handreichung für Kindertageseinrichtungen des Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW (Empfehlungen für die Kindertagesbetreuung im Regelbetrieb in Zeiten der Pandemie gültig ab 17. August 2020) ist ab dem 17. August 2020 eine Durchmischung der Gruppen wieder erlaubt. Nur die Erwachsenen müssen bei Nichteinhaltung des Mindestabstands von 1,5m einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Allerdings wird auf sensible Bereiche, wie z.B. bei den Mahlzeiten und in Schlaf-und Ruhesituationen besondere Aufmerksamkeit gelegt, so die „Empfehlungen für die Kindertagesbetreuung im Regelbetrieb in Zeiten der Pandemie“. Daher ist eine personenbezogene Verteilung der Speisen und der Bedarfsgegenstände empfehlenswert, um eine Schmierinfektion zu verhindern. (Quelle: Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW, Abrufdatum: 14.08.2020)

Wie viele Schülerinnen und Schüler dürfen die Mensa gleichzeitig betreten?

Unter Einhaltung der Abstands-, und Hygieneregeln dürfen sich nur so viele Gäste in der Mensa gleichzeitig befinden, dass die Abstände während des Wartens und Essens von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden können. Die Tische sind so zu platzieren, dass auch beim Essen der Abstand gewahrt werden kann (zwischen den Tischen mindestens 1,5 m Abstand, gemessen ab Tischkante bzw. den zwischen zwei Tischen liegenden Sitzplätzen). Genauso müssen die Laufwege (Ein-/Ausgang, Warten an der Ausgabe) mit geplant und für die Gäste sichtbar genau definiert werden. Ist der Mindestabstand bei Laufwegen nicht einzuhalten, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden (Quellen: Landesportal NRW und  DGE Sektion Schleswig-Holstein).

Was ist zu beachten, wenn die Schülerinnen und Schüler auf das Essen an der Theke warten müssen?

Die Pausen-/ Essenszeiten sollten so geplant werden, dass es möglichst nicht zu Warteschlangen kommt. Es empfiehlt sich zeitlich versetzt zu Essen. Falls die Gäste warten müssen, ist der Mindestabstand von 1,5 Metern zu wahren und ein Mund-Nasen-Schutz zum Schutz der anderen Gäste, als auch des Ausgabepersonals zu tragen. Bei den Laufwegen sollte es möglichst „Einbahnstraßen“ geben, die für die Gäste sichtbar genau definiert werden (Quellen: Landesportal NRW und  DGE Sektion Schleswig-Holstein).

Müssen die Tische zwischen zwei Schüler- / Kitagruppen / Essenschichten erneut desinfiziert werden?

Beim Essen in Schichten müssen die Tische mit warmen Wasser und Spülmittel zwischengereinigt werden. Eine Desinfektion ist im Normalfall nicht notwendig, da „als behüllte Viren, deren Erbgut von einer Fettschicht (Lipidschicht) umhüllt ist, die Coronaviren empfindlich auf fettlösende Substanzen wie Alkohole und Tenside reagieren, die als Fettlöser in Seifen und Geschirrspülmitteln enthalten sind“ Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), abgerufen am 18.05.209). Sanitäreinrichtungen der Mensa, Türklinken und Handläufe müssen regelmäßig gereinigt werden.

Sollten die Speiseräume gelüftet werden?

„In geschlossenen Räumen kann die Anzahl von Krankheitserregern in der Raumluft steigen. Regelmäßiges Lüften verringert die Zahl erregerhaltiger feinster Tröpfchen in der Luft und senkt damit das Ansteckungsrisiko in Räumen“ (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZfA), abgerufen am 18.05.20). Vor und nach dem Betreten jeder Gästegruppe sollte einige Minuten ein „Stoßlüften“ erfolgen. Nach dem Schließen der Fenster müssen die Hände erneut gründlich gewaschen werden. Auch hier gilt, dass nur eine Person die Fenster öffnet und schließt.

Um das Ansteckungsrisiko zu vermindern wird empfohlen, falls in der Kita in Gruppen gegessen wird: mindestens 4 x täglich 10-minütiges Lüften unter Aufsicht (Querlüftung! – eine Kipplüftung ist nicht ausreichend). (Quelle: MKFFI NRW, abgerufen am 22.07.2020)