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Mit Powersnacks durch den Schultag

Stand:

Egal ob beim Hausmeister, am Kiosk, im Bistro, Café oder Automat – Frühstückspausen und Angebote für die Pausenverpflegung gibt es in nahezu allen Schulen. Rund 80% der Schülerinnen und Schüler versorgen sich dort vor allem mit Brot oder Brötchen, mit süßen Backwaren und Süßigkeiten. Das Angebot an empfehlenswerten Snacks wie Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukte im Schulkiosk hat jedoch noch „Ausbaupotenzial“.

Aktionstage der Schulverpflegung 2018 Powersnacks
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Frühstück- und Pausencheck für Grund- und weiterführende Schulen

Die Checkliste für die Pausen- und Zwischenverpflegung gibt einen ersten Überblick und eine Orientierung über die Qualität des Verpflegungsangebots. Mit ihr können Sie in einem ersten Schritt das bestehende Angebot überprüfen und ggf. optimieren – alleine und/oder auch im Dialog mit allen Beteiligten.

Check für Grundschulen: Ziel ist es, das Bewusstsein in die Richtung einer gesunden, vollwertigen und nachhaltigen Ernährung zu stärken. Nach der Bestandsaufnahme wird der Stand der Pausenverpflegung ,,Frühstück‘‘ und „Nachmittagsimbiss“ an der Grundschule deutlich und es wird sichtbar, wo sich Verbesserungsmöglichkeiten ergeben.


Check für weiterführende Schulen: Ziel ist es, das Bewusstsein in die Richtung einer gesunden, vollwertigen und nachhaltigen Ernährung zu stärken. Nach der Bestandsaufnahme wird der Stand der Zwischenverpflegungsangebote und Rahmenbedingungen deutlich und es wird sichtbar, wo sich Verbesserungsmöglichkeiten ergeben.


Sie möchten etwas verändern? Hier finden Sie die optimale Lebensmittelauswahl für Vorschläge einer Um- oder Neugestaltung des Angebots. Ideen für Frühstück und die Pausenbox finden Sie in unserem Flyer "So schmeckt der Schulalltag" (PDF-Datei) und Rezeptideen für Brotaufstriche (PDF-Datei).

Gelebte Partizipation: Alle machen mit

Bistro, Kiosk oder auch die Mensa sind für Schülerinnen und Schüler zentrale Treffpunkte, an denen sie sich austauschen und mit Freunden zusammen sein können. Entspricht die Ausgestaltung der Räume den Bedürfnissen und dem Lebensgefühl der Schülerinnen und Schüler, werden sie sich gerne dort aufhalten und die Pausenverpflegung annehmen. Inspirationen bieten von Jugendlichen häufig besuchte Locations, die neben der Nahrungsaufnahme weitere attraktive Angebote haben wie z. B. freien Internetzugang.

Wunschkiosk: Ein Erfolgsfaktor für die Akzeptanz eines gesunden und nachhaltigen Speisen- und Getränkeangebotes ist die Partizipation der Schülerinnen und Schüler. Einige erfolgreiche Ansatzpunkte sind z. B.:

  • Beteiligung der Schülerinnen und Schüler bei der Auswahl der Speisen.
  • Eine Selbstbedienungstheke die Auswahlmöglichkeiten zulässt.
  • Ethno- und Trendspeisen, die die multikulturellen Hintergründe und verschiedenen Lebensstile der Schülerschaft beachten.

Schülerfirmen: Partizipation schafft Akzeptanz.

Losgelöst vom Schulunterricht können Schülerinnen und Schüler in einer Schülerfirma unternehmerisches Denken und Handeln lernen. Positiver Nebeneffekt: Speisen von Schülern für Schüler kommen immer gut an! In vielen Schulen tragen Schülerfirmen zur täglichen Mahlzeitenversorgung bei. Als schulinterne und pädagogische Veranstaltungen werden sie zwar mit "Firma" tituliert, sie sind aber mit keiner eigenen Rechtsform ausgestattet. In der Hauptsache unterliegen sie der Verantwortung der Schulleitung. Viele Schülerfirmen haben ein hohes Maß an Professionalität erreicht, wodurch die beteiligten Schülerinnen und Schüler einen guten Einblick in ein möglicherweise später gewähltes Berufsfeld erlangen können.

Weitere Informationen zu Schülerfirmen finden Sie auf unserer Seite der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung, auf der Seite des Bundeszentrum für Ernährung und auf den Seiten von Ökolandbau.

Schülergenossenschaften: Partizipation groß geschrieben.

Wie können Schülerinnen und Schülern sich eigenverantwortlich in der Schule engagieren? Die Lösung: Schülergenossenschaften. Schülergenossenschaften sind von Schülerinnen und Schülern eigenverantwortlich geführte Schülerunternehmen in der Form einer Genossenschaft. Die Entwicklung eigener Geschäftsideen, Festlegen von Organisationsstrukturen und Arbeitsabläufen, Schreiben eines Businessplans und Aufstellung einer Satzung ihrer Genossenschaft gehören auf den „Stundenplan“ einer Schülergenossenschaft. Außerdem vertreiben sie Produkte und Dienstleistungen, die in der Schule als auch außerhalb der Schule zum Einsatz kommen können.

In einigen Schülergenossenschaften engagieren sich Schülerinnen und Schüler z. B. für eine gesunde, regionale, preiswerte und schmackhafte Schulverpflegung. Dieses Themenfeld beinhaltet eine große Spannweite u.a. von „Wie wirken Schülergenossenschaften bei der Schulverpflegung mit?“, „Wie können die Wertschätzung von Lebensmitteln und die Herstellung von eigenen Snacks mit ihren eigenen Unternehmen umgesetzt werden?“ bis „Welche neuen Impulse können sie eigenverantwortlich in ihrer Schule auf den Weg bringen?“


Eckpunkte einer Schülergenossenschaft: Eine Schülergenossenschaft ist in einer festen organisatorischen Struktur eingebettet, die an einen genossenschaftlichen Prüfungsverband angebunden ist. Die Arbeit einer Schülergenossenschaft ist geprägt durch folgende Punkte:

  • Unterstützung durch einen genossenschaftlichen Partner bei unternehmerischen Fragen und Unterstützung durch den Prüfungsverband
  • Bereitstellung von Lehr-und Lernmaterial durch den Prüfungsverband
  • Patenschaft in der Regel durch eine ortsansässige Genossenschaft
  • Prüfung 1x/Jahr durch den jeweiligen Genossenschaftsverband
  • Jahresprüfung der wirtschaftlichen Tätigkeiten mit hilfreichen Tipps
  • Nachhaltigkeit in allen Aktivitäten, sowie die dauerhafte Anbindung in der Schule

Weitere Informationen rund um die Schülergenossenschaften in NRW finden Sie auf der Projektseite „Schülergenossenschaften: nachhaltig wirtschaften – solidarisch handeln"

Schulkiosk und Snacking – Ein Pluspunkt für die Ernährungsbildung

Die Qualität und Gestaltung der Kioskangebote sind Teile einer informellen Ernährungsbildung. Tag für Tag auf gesunde und nachhaltige Snacks zugreifen zu können und sie zu probieren trägt zur Geschmacks- und Esskulturbildung bei. Wissen über Lebensmittel kann vermittelt werden, wenn begleitend im Unterricht und in Projekten Mahlzeiten und Essgewohnheiten aufgegriffen werden. Ernährungsbildung als ein lebenslanger Prozess erfährt im Zusammenhang mit der Schulverpflegung eine Stärkung der Konsumkompetenzen. Entwickeln Sie mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam ein ausgewogenes, aber von ihnen akzeptiertes Angebot. Hierbei können eine Fragebogenaktion oder auch Gruppenarbeiten in der Klasse hilfreich sein.

Anregungen für Fragebögen finden Sie hier:


Übers Essen reden.

Ernährungs- und Verbraucherbildung ist neben dem Speisen- und Getränkeangebot selbst der zweite Schwerpunkt auf dem Weg zu mehr Akzeptanz. Übers Essen lässt sich in vielen Fächern reden ...

Biologie und Chemie Diskussionen, Erarbeitungen zu Inhaltsstoffen der Lebensmittel, Hygienekonzepten oder ökologischen Fragestellungen
Gesellschaftslehre Erörtern von Bräuchen, Tischsitten, Prestige- und Statussymbolen von Lebensmitteln
Wirtschaftslehre Berechnung der Kosten, Gestaltung von Preisen, Buchführung, Entwicklung von Marketing-Strategien
Technik Planen von Räumen und Einrichtungen
Geschichte Beleuchten von kulturgeschichtlichen Inhalten, z. B. zur Geschichte des Kiosks, des Cafés, zum Ursprung von Bräuchen und Sitten
Geografie Herkunft ausgewählter Lebensmittel, Fairer Handel
Textilgestaltung und Kunst Raumgestaltung in Farbe, Form und Bebilderung, wechselnde Ausstellungen
Deutsch Werbetexte gestalten, Berichte für die Lokalpresse und die Schulchronik schreiben

 

Zwischenverpflegung im Projektformat. Bezüge zur Zwischenverpflegung können auch über Projekte hergestellt werden. Mögliche Themen sind z. B. der ökologische Landbau, die klimagesunde Ernährung, der Faire Handel oder ein Marktcheck in der näheren Umgebung der Schule (z. B. Bäckereien, Supermarkt, Anbieter von Fastfood).

Update Schulkiosk – So kann es gehen

Ziel ist es, dass der Schulkiosk langfristig mehr „Powersnacks“ anbietet. Damit die Bemühungen um eine Verbesserung des Angebotes erfolgreich verlaufen, können Sie schon kleine Veränderungen Schritt für Schritt auf den Weg bringen. Gelassenheit, Geduld und Konsequenz sind dafür gute Wegbegleiter. Sie sind Teil eines längerfristigen (pädagogischen) Prozesses.

Auf die Darreichungsform kommt es an. Kinder und Jugendliche sind durchaus aufgeschlossen für frisches Obst, Gemüserohkost, Quark- und Joghurtspeisen sowie energiearme und durstlöschende Getränke. So wird Obst und Gemüse eher in kleinen Häppchen akzeptiert und eine peppige Dekoration macht selbst ein Vollkornbrot interessant.

Der DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung empfiehlt für das tägliche Kioskangebot Lebensmittel aus den folgenden Gruppen:

Tabelle Kioskangebot mod. nach DGE
Tabelle modifiziert nach DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung
Weitere Anregungen zur Lebensmittelauswahl für das Frühstück und die Zwischenverpflegung finden Sie in dieser Übersicht (PDF-Datei). Fragen und Antworten rund um die richtigen Durstlöscher gibt es hier.

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Schritt für Schritt zum Update Schulkiosk:

Kommunikation und Partizipation für mehr Akzeptanz

Beziehen Sie von Beginn an Vertreter/-innen aller Akteure mit ein. Wer mitmacht und mitbestimmt, identifiziert sich eher mit einem neuen Konzept und neuen Angeboten. Initiieren Sie z. B. eine Arbeitsgemeinschaft zum Thema Schulkiosk / Gesunde Ernährung.

Information und Transparenz

Informieren Sie sich umfangreich und holen Sie sich ggf. fachkompetente Hilfe. Über Veränderungen des Kiosks, z. B.: Erweiterung/Umstellung des Angebots, sollen Sie die gesamte Schulgemeinschaft informieren. Transparenz schafft Verständnis!

Rahmenvorgaben

Beziehen Sie sehr frühzeitig die Lebensmittelüberwachung als Berater in Ihre Planung ein, damit Sie alle hygiene- und allergenrelevanten Aspekte berücksichtigen. Die Lebensmittelüberwachungsämter (PDF-Datei) können viel mehr als Fehler beanstanden – sie geben wertvolle Hinweise, die im Sinne der Lebensmittelsicherheit viele Gefahren verhindern.

Zentraler Ansprechpartner/-in für den Schulkiosk

Ernennen Sie einen „Kioskbeauftragten/-te“. Dies ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Kommunikation mit den Akteuren und für notwendige Abstimmungsprozesse.

Analyse des Kioskangebots

Falls es an Ihrer Schule schon einen Schulkiosk und / oder eine Cafeteria / Bistro gibt, machen Sie einen Kioskcheck. Sie können damit herausfinden, inwieweit das Angebot bereits auf den Weg zu einem gesunden Pausensnack geht. Werten Sie Verkaufszahlen aus, um z. B. konkrete Zahlen als Argumentationshilfe für eine Um- oder Neugestaltung des Kioskangebots zu haben.

Preisgestaltung

Die Preise für die angebotenen Waren sind für die Schülerinnen und Schüler angemessen und taschengeldfreundlich. Die Gewinnspanne ist abhängig davon, wie viele Kosten Sie decken müssen (z. B. Energie- oder Personalkosten) oder ob der Kiosk in Eigen- oder Fremdregie betrieben wird. Sie können über die Preisgestaltung auf den Verkauf gesunder Speisen Einfluss nehmen. Bieten Sie z. B. Süßigkeiten oder Limonaden keinesfalls günstiger, sondern eher teurer als gesündere Alternativen an. Mit dem so gewonnenen Plus können Sie dann Obstspieße, Vollkornbrötchen oder Mineralwasser entsprechend subventionieren. Eine Alternative ist eine Mischkalkulation z. B. kosten Vollkornbrötchen im Einkauf meist mehr als Brötchen aus Weißmehl. Wenn Sie beide Sorten anbieten, könnte der Verkaufspreis mindestens gleich bzw. evtl. für Vollkornbrötchen etwas geringer sein.

Konkurrenzangebote minimieren

Wenn z. B. zahlreiche Schokoriegel und Co. neben Obst- und Gemüsearrangements oder Limonaden und Co. neben Wasser und Fruchtschorle angeboten werden, haben die gesunden Alternativen nur geringe Chancen. Also weniger verschiedene Sorten bei Riegeln anbieten.