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Lebensmittelabfälle in der Schulverpflegung: Forschungsprojekt REFOWAS

Stand:
Forschungsprojekt REFOWAS
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Forschungsmodul der Verbraucherzentrale NRW

Teil des Projektes ist das Forschungsmodul der Verbraucherzentrale NRW, indem die Möglichkeiten und Potenziale der Vermeidung und Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Mittagsverpflegung von Ganztagsschulen untersucht werden. Das Forschungsmodul sieht drei Maßnahmentypen gegen Lebensmittelabfälle vor:

  • Die Erhebung, Auswertung und Analyse der Lebensmittelabfälle von ausgewählten Schulen.
  • Das Coaching und die Begleitung von Maßnahmen gegen Lebensmittelabfälle im Küchen- und Ausgabemanagement vom Einkauf bis auf den Teller sowie Abfallmessungen zur Messung der Wirksamkeit.
  • Die Durchführung von Aktionen und Bildungsmaßnahmen mit Schülern zur Reduzierung von Tellerresten in der Schulmensa sowie Abfallmessungen zur Messung der Wirksamkeit.

Untersuchungsdesign

Zunächst sollen die Ursachen für Lebensmittelabfälle erkannt und an die Schulakteure kommuniziert werden. Dabei gilt es die Hemmnisse und Motivation für eine abfallarme Schulverpflegung zu identifizieren, Abfallvermeidungspotenziale zu erkennen und Kosteneinsparungen umzusetzen. Dies erfolgt über die Entwicklung von konkreten Praxismaßnahmen, die gemeinsam mit Verpflegungsanbietern entwickelt und erprobt werden. Speziell für das Problem der Tellerreste werden von der Verbraucherzentrale NRW Bildungsangebote und Aktionen für Schüler entwickelt und im Rahmen einer "Woche gegen Lebensmittelverschwendung" eingesetzt.

Ziel ist es, die Vermeidung von Abfällen und die Wertschätzung von Lebensmittel im Schulalltag zu etablieren, um das Ziel einer nachhaltigen Schulverpflegung auf den Weg zu bringen. Die mit der Vermeidung von Lebensmittelabfällen verbundenen Kosteneinsparungen sollen daher für eine verbesserte Qualität der Speisen und Lebensmittel investiert werden.

Fachgespräch mit Verpflegungsanbieter

Am 22. April 2016 fand ein erstes Fachgespräch in Kooperation mit der Vernetzungsstelle Schulverpflegung NRW und United Against Waste mit Verpflegungsanbietern in der Verbraucherzentrale NRW statt. Unter dem Motto "Lebensmittelabfälle - Herausforderung und Chance für die Schulverpflegung" haben wir mit den Akteuren Ursachen von Lebensmittelabfällen und Maßnahmen und Hürden der Vermeidung von Lebensmittelabfällen diskutiert sowie erste Lösungsansätze aufgezeigt.

Die Dokumentation des Fachgesprächs in Kooperation mit der Vernetzungsstelle Schulverpflegung NRW und United Against Waste mit Verpflegungsanbietern finden Sie hier.

Working Paper I: Erhebung, Relevanz und Ursachen von Lebensmittelabfällen in der Mittagsverpflegung von Ganztagsschulen

Der erste Bericht umfasst die Messergebnisse und Analysen von Lebensmittelabfällen in ausgewählten Ganztagsschulen, die Ergebnisse aus Fachgesprächen mit Akteuren der Schulverpflegung zu Ursachen für Lebensmittelabfälle, Hemmnissen und Treiber für die Abfallvereidung sowie eine Hochrechnung der Ergebnisse auf die bundesdeutsche Abfallsituation an Ganztagsschulen.

Working Paper II: Maßnahmen zur Vermeidung von Speiseabfällen in der Schulverpflegung und deren Wirksamkeit

Der zweite Bericht umfasst die Beratungen von Schulküchen, Caterern und Mensaverein, die Umsetzung von ausgewählten Abfallvermeidungsmaßnahmen und die Ergebnisse der Vergleichsmessungen in fünf Ganztagsschulen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird bewertet und eine ökonomische Bilanz zu den Kosteneinsparungen erstellt. Des Weiteren werden Handlungsempfehlungen für den Alltag der Akteure rund um die Schulverpflegung entwickelt. Hier zählen die Verbesserung der Rahmenbedingungen in Mensa, Schule, Küche und bei Caterern als auch Abfallvermeidungsmaßnahmen.

Working Paper III: Beiträge der Schulverpflegung zur Transformation des Ernährungssystems

Der dritte Bericht befasst sich  in den Beiträgen mit der Weiterentwicklung von Schulverpflegung. So besteimmt u.a. die Zusammensetzung von Speisen und Abfällen, wie groß ihre Umweltauswirkungen sind. Deshalb sollte neben der Abfallvermeidung auch Wert auf umweltfreundlichere Zutaten und Menüs gelegt werden. Für nachhaltigere Verpflegungsangebote bedarf es professioneller Unterstützung. Verpflegungsbeauftragte können als verantwortliche und fachlich versierte Koordinatoren vor Ort eine solche Entwicklung forcieren. Öffentliche Ausschreibungen sind eine wichtige Grundlage für abfallarme, umweltfreundlichere Speisenangebote. Die rechtskonforme und praxistaugliche Gestaltung von Ausschreibung, Leistungsverzeichnis und Vertragsvergabe durch Träger bzw. Beschaffungsstellen haben dabei eine hohe Bedeutung.

Projektverlängerung: Ausschreibungen für die Verpflegungsdienstleistung

In der aktuellen Projektphase bis Herbst 2020 werden nun öffentliche Ausschreibungen für die Verpflegungsdienstleistung als eine wichtige Grundlage für den Umfang bzw. die Reduzierung von Lebensmittelabfällen sowie insgesamt umweltfreundlichere Verpflegungsangebote für die Schulverpflegung in den Mittelpunkt gestellt. Denn öffentliche Ausschreibungen geben immer wieder Anlass für Diskussionen – auf beiden Seiten: Bei den Vergabestellen, die Ausschreibungen verfassen und das geltende Vergaberecht einhalten müssen. Bei Caterern, die auf hohe Anforderungen reagieren und meist niedrige Preise abgeben sollen. Diese Situation wollen wir genauer unter die Lupe nehmen: Caterer und Schulträger sowie Experten sollen zu Wort kommen. In einem Fachgespräch werden die Ergebnisse der Befragungen vorgestellt und diskutiert, um Handlungsempfehlungen an Politik und Akteure in der Schulverpflegung zu entwickeln.

Kontakt:

Frank Waskow, Tel. 0211-3809-158
E-Mail: frank.waskow@verbraucherzentrale.nrw

Linda Niepagenkemper, Tel. 0211-3809-305
E-Mail: linda.niepagenkemper@verbraucherzentrale.nrw